2006/03/04

stadt und krieg 1



Positive Veraenderungen in den Lebensbedingugnen der Jungsteinzeit schaffen die verbesserten Ernteertraege nach der Erfindung des Pfluges, die Moeglichkeit mehrfacher Ernte in den Flusslandschaften, die Domestizierung von Tieren, die Faehigkeit der Metallgewinnung (Kupfer, Bronze) und die gezielte Organisation von groesseren Gemeinschaften. Die nun leichter erzielbare und im Ueberfluss vorhandene Nahrung, deren Beschaffung vorher alle Mitglieder einer baeuerlichen Gemeinschaft vollauf beschaeftigte, ermoeglicht es einem Teil der menschlichen Gemeinschaft sich anderen Dingen zu widmen. Die Freisetzung von Arbeitskraft, die Arbeitsteilung erlaubt eine berufliche Differenzierung, eine Spezialisierung. (...)
Hinter der Stadtentwicklung steht also von Anfang an die Teilung der Menschheit in Gruppen: Ackerbauern, Hirten, Handwerker, Haendler, Priester, Herrscher - und die Dreaussengebliebenen, denen der wachsende Wohlstand dort nicht verborgen bleibt. Als weiterer Beruf entsteht ein kaempferischer Kriegerstand.

So wird von einigen Autoren die Formierung zur Stadt gleichzeitig als die Geburtsstunde des Krieges angesehen.


Martin Grassnick, Stadtbaugeschichte von der Antike bis zur Neuzeit, Vieweg, 1982, Seite5

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