2006/03/05
laerm in der stadt

In England veroeffentlichte 1864 der Brauer und Parlamentsabgeordnete Michael T. Bass ein Buch mit dem Titel Street Music in the Metropolis, zusammen mit einer Gesetzesvorlage, die dem Missbrauch ein Ende setzen sollte. Bass erhielt zahlreiche Briefe, die seine Vorlage unterstuetzten, einschliesslich einer Eingabe, die von zweihundert "fuehrenden Komponisten und Professoren fuer Musik der Hauptstadt" unterzeichnet war, die sich heftig ueber die Art und Weise beklagten, in der "unsere professionelle Taetigkeit ernsthaft gestoert wird". Ein anderes, in Bass Buch publizierters Schreiben, von Dickens, Carlyle, Tennyson, Wilkie Collins und den vorraphaelitischen Malern John Everett Millais und Holman hunt unterzeichnet, stellte fest:
Die Unterzeichnenden sind alle Professoren und Praktizierende der einen oder anderen Kunst oder Wissenschaft. Sie, die sich dem Frieden und dem Wohlergehen der Menschheit widmen, werden taeglich durch Strassenmusikanten abgelenkt, belaestigt, aus der Ruhe gebracht und, voellig entnervt, fast zum Wahnsinn getrieben. Sie werden sogar durch unverschaemte Spieler von Blechinstrumenten, von Trommelschlaegern, Orgelleierern, Banjozupfern, Beckenschlaegern; Fiedelquaelern und Balladenschreiern verfolgt; denn sobald jenen Erzeugern von schrecklichen Geraeuschen bekannt wird, dass einer der Unterzeichnenden in seinem Haus nicht gestoert werden moechte, wird dieses Haus von misstoenenden Horden solange belagert, bis man sich von ihnen freikauft.
Murray Schafer, Klang und Krach, athenaum, 1988, Seite 90